Das Wohnungsventil als erster Handgriff
Viele Wohnungen haben ein eigenes Absperrventil für die gesamte Wohnung. Meist finden Sie es in Bad, Küche oder Diele, mitunter auch in einem Schacht hinter einer Revisionsklappe. Dort tritt die Steigleitung in die Wohnung ein, häufig zusammen mit einem eigenen Wasserzähler. Schauen Sie dort nach, bevor Sie in den Keller laufen.
Das Schließen funktioniert wie beim Haus: Ein Handrad drehen Sie im Uhrzeigersinn zu, einen Hebel stellen Sie quer zur Leitung. Danach öffnen Sie den Wasserhahn an der tiefsten Stelle der Wohnung, damit das Restwasser ablaufen kann. Versiegt der Strahl, ist die Wohnung vom Netz getrennt, und die Lecksuche kann ruhiger weitergehen.
Fehlt das Wohnungsventil, bleibt das Hauptabsperrventil des Hauses. Dann hilft die Hausverwaltung oder ein Nachbar mit Kellerschlüssel. Zum Standort des Hausventils gibt es einen eigenen Beitrag: Hauptabsperrventil finden und schließen. Prüfen Sie diese Wege am besten in Ruhe, bevor etwas passiert.
Eckventile am einzelnen Gerät
Kommt das Wasser nur von einem Gerät, reicht oft das Eckventil.
Unter Waschbecken, Spüle und Spülkasten sitzt je ein kleines Ventil mit Schlitz oder Rändelgriff. Drehen Sie es im Uhrzeigersinn zu. Damit sperren Sie genau das betroffene Gerät ab, während der Rest der Wohnung weiter Wasser hat.
Bei Küchen und Bädern lohnt der Blick hinter den Unterschrank. Spülmaschine und Waschmaschine hängen an eigenen Anschlussventilen, meist am Siphonbereich oder an der Wand. Dort schließen Sie ebenfalls im Uhrzeigersinn. Aufgequollene Schrankböden oder tropfende Anschlüsse verraten, welches Gerät betroffen ist.
Was nach dem Absperren zu tun ist
- Mit Eimern, Wannen und Handtüchern halten Sie das Wasser auf.
- Räumen Sie Polstermöbel und Teppiche vom nassen Boden weg. Geräte mit Wasserkontakt greifen Sie nicht an. Stellen Sie sich nicht in Pfützen, solange Steckdosen oder Mehrfachleisten am Boden liegen. Strom und Wasser vertragen sich nicht, und das Abschalten der Elektrik ist Sache einer Elektrofachkraft.
- Dokumentieren Sie den Schaden gleich mit dem Handy.
- Fotografieren Sie die Austrittsstelle, den nassen Bereich und beschädigte Möbel, bevor Sie aufräumen. Melden Sie den Vorfall der Hausverwaltung oder dem Vermieter und stellen Sie sicher, dass die Nachbarn unter Ihnen davon wissen, falls Wasser durch die Decke dringen könnte. Die Versicherung wird ebenfalls informiert, die Fotos liegen dann bereit.
- Danach rufen Sie an und beschreiben Etage, Gebäudeart und Art des Schadens.
- Wir vermitteln einen Klempnerbetrieb aus der Region, der Leitung und Ventile prüft und das Leck behebt. Die genaue Absperrung hilft ihm bei der Vorbereitung. Bleibt die Wohnung ohne Wasser, ist das für kurze Zeit unbequem, aber deutlich besser als ein weiterlaufender Schaden.
Wenn Absperren allein nicht reicht
Manchmal läuft Wasser weiter, obwohl alle Ventile geschlossen sind. Dann kann die Quelle eine Leitung sein, die noch Restwasser führt, oder ein Heizkreis, der nachspeist. Nasse oder im Wasser stehende Geräte fassen Sie nicht an.
Kurz festgehalten beim Absperren
- Zuerst Wohnungsventil, dann Hauptventil, bei Einzelgeräten das Eckventil schließen.
- Ventile nie mit Gewalt oder Rohrzange bewegen.
- Wasser auffangen, Möbel räumen, Steckdosen im nassen Bereich meiden.
- Schaden mit Fotos festhalten, Hausverwaltung und Nachbarn informieren.
- Weiterlaufendes Wasser trotz geschlossener Ventile ist ein Fall für den Betrieb.
