Wie Rückstau entsteht
Über die Grundleitung gelangt alles Abwasser vom Haus in den Kanal.
Das Gefälle sorgt dafür, dass alles nach außen läuft. Steigt der Wasserstand im Kanal, etwa bei Starkregen oder einer Blockade, kehrt sich die Fließrichtung um. Das Wasser sucht den niedrigsten Weg ins Haus, und das sind Abläufe im Keller.
Auch eine Verstopfung im eigenen Hausanschluss kann Rückstau auslösen. Wurzeln, Ablagerungen und Fremdkörper verengen die Leitung, sodass Wasser nicht mehr abfließt. Dann tritt es zuerst an der tiefsten Stelle aus. Ob der Kanal oder der Anschluss betroffen ist, klärt der Betrieb mit Kamera. Typische Ursachen zeigt der Beitrag Warum Abflüsse verstopfen.
Erste Schritte bei Rückstau
- Leiten Sie kein weiteres Wasser ein.
- Stellen Sie Spülungen, Waschmaschine, Geschirrspüler und Duschen ein. Jede Menge, die Sie in die Leitung geben, drückt das Wasser höher. Informieren Sie alle im Haus, damit niemand im Obergeschoss spült. In Mehrfamilienhäusern gilt das für alle Wohnungen.
- Sichern Sie den Keller.
- Bringen Sie bewegliche Dinge nach oben, solange die Treppe trocken ist. Bleiben Sie draußen, falls Steckdosen oder Elektrogeräte im Wasser stehen. Abwasser enthält Keime, deshalb ziehen Sie Gummistiefel und Handschuhe an. Strom schaltet nur eine Elektrofachkraft ab.
- Verschließen Sie Abläufe nicht mit Lappen, Brettern oder Sand. Der Druck sucht sich sonst andere Wege, etwa durch die Toilette oder die Kellerwand. Fotografieren Sie den Wasserstand, informieren Sie die Hausverwaltung und die Versicherung und rufen Sie an. Die Lage im Keller entscheidet darüber, ob zuerst abgepumpt oder erst gespült wird. Mehr zum Wasserstand im Keller steht im Beitrag Wasser im Keller.
Der Rückstauverschluss als Schutz
Der Rückstauverschluss sitzt in der Abwasserleitung und lässt Wasser ausschließlich nach außen passieren. Eine Klappe schließt, sobald Wasser zurückdrückt. Es gibt Modelle mit Handverschluss, mit Motor und mit Alarmgeber. Sie gehören an Leitungen, die unterhalb der Rückstauebene liegen, und werden in die Grundleitung oder in einzelne Abläufe eingebaut.
Nach dem Rückstau reinigen und trocknen
Abwasser im Keller ist ein hygienischer Fall. Boden, Wände und Gegenstände müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Nutzen Sie dazu keine selbst gemischten Chemiecocktails, sondern geeignete Mittel nach Anleitung. Textilien, Pappe und Dämmung, die durchnässt waren, entsorgen Sie am besten, weil sie sich nicht sicher reinigen lassen.
Danach folgt die Trocknung. Mauerwerk und Estrich speichern Feuchte und verlieren sie nur langsam. Ein Fachbetrieb misst die Feuchte und setzt Trocknungsgeräte ein, bis die Werte stimmen. Dadurch verhindern Sie Schimmel, der sich in der feuchten Umgebung schnell bildet. Lüften allein genügt nicht, wenn die Wand durchfeuchtet ist.
Halten Sie den Schaden in Fotos fest, notieren Sie betroffene Gegenstände und bewahren Sie Belege auf. Klären Sie mit Hausverwaltung und Versicherung, wie es weitergeht. Anschließend lohnt eine Kamerabefahrung der Leitung, um die Ursache des Rückstaus zu finden. Der Betrieb aus der Region, den wir dafür vermitteln, bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.
Kurz bei Rückstau
- Kein Wasser mehr einleiten, Spülungen und Maschinen ausstellen.
- Abläufe nicht mit Lappen oder Brettern verschließen.
- Elektrik im nassen Keller nicht berühren, Elektrofachkraft rufen.
- Rückstauverschluss und Hebeanlage schützen Räume unter der Rückstauebene.
- Nach dem Abpumpen reinigen, desinfizieren und trocknen lassen.
