Was Fett im Rohr anrichtet
Fett läuft warm flüssig ab und erstarrt im kühlen Rohr. Bratfett, Öl, Soßenreste und Milchprodukte setzen sich an den Wänden ab und bilden einen wachsartigen Film. Dieser Film ist klebrig und fängt Speisereste, Kaffeesatz und Seife ein. Schicht für Schicht verengt sich das Rohr, bis es fast zugewachsen ist.
Besonders kritisch sind Bögen, Siphon und waagerechte Stücke. Dort fließt das Wasser langsamer, das Fett kühlt ab und bleibt liegen. Im Siphon entsteht mit der Zeit ein fester Pfropfen. Zeichen sind langsames Ablaufen, Gurgeln und ein Geruch nach altem Fett. Meist verschlimmert sich der Zustand schleichend über Wochen.
Auch heißes Spülwasser löst das Problem nicht dauerhaft. Es schiebt das Fett lediglich ein Stück voran, bis es abermals fest wird, oft an einer schwerer erreichbaren Stelle im Rohr. Dort verbindet es sich mit anderen Resten zum Fettpfropfen, der sich kaum noch von selbst löst. Warum Abflüsse im Allgemeinen zuwachsen, steht im Beitrag Warum Abflüsse verstopfen.
Richtig vorbeugen im Alltag
Der wichtigste Schritt ist, Fett gar nicht erst in die Spüle zu geben.
Wischen Sie Pfannen und Töpfe mit Küchenpapier aus, bevor Sie spülen. Flüssiges Bratfett gießen Sie in ein Schraubglas oder eine Dose, lassen es erkalten und entsorgen es mit dem Hausmüll. So bleibt die Leitung frei und die Bilanz am Ende besser.
Wischen Sie fettige Pfannen und Töpfe vor dem Spülen mit Küchenpapier aus. So gelangt weniger Fett in den Siphon, bevor es hart wird. Chemische Rohrreiniger vermeiden Sie. Sie greifen Dichtungen an und können Kunststoffrohre schädigen. Bei starkem Fettanfall, etwa beim Frittieren, lohnt eine Reinigung des Siphons in kürzeren Abständen.
Siphon reinigen und Saugglocke einsetzen
- Sitzt der Pfropfen im Siphon, genügt oft eine Reinigung.
- Ein Eimer fängt das Wasser auf, während Sie die Überwurfmuttern per Hand lockern und den Siphon abnehmen. Spülen Sie ihn mit warmem Wasser und Bürste, prüfen Sie die Dichtung und setzen Sie ihn wieder ein. Danach drehen Sie die Muttern nur von Hand zu.
- Bleibt der Ablauf zu, greifen Sie zur Saugglocke.
- Setzen Sie sie dicht auf den Ablauf, bei Doppelbecken verschließen Sie den zweiten Ablauf, und pumpen Sie kräftig. Der Druck löst Fett und Reste im nahen Rohrabschnitt. Spülen Sie danach mit warmem Wasser nach, um gelöstes Material fortzutragen.
- Wiederholen Sie die Saugglocke nur wenige Male. Bringt sie keinen Erfolg, sitzt der Pfropfen tiefer in der Leitung, etwa im Fallrohr oder hinter der Wand. Dann beginnt der Bereich, in dem Haushaltsmittel enden. Gurgeln in anderen Abläufen und steigendes Wasser in der Toilette sind weitere Zeichen. Die Entstehung von Gerüchen beleuchtet Geruch aus dem Abfluss.
Wann der Betrieb mit Technik ansetzt
Sitzt das Fett tief, arbeitet die Fachkraft mit einer Spirale, die den Pfropfen zerbricht. Härtere Ablagerungen löst eine Hochdruckspülung mit Spezialdüse. Sie schält den Belag von der Rohrwand und spült ihn in den Kanal. Danach zeigt die Rohrkamera, ob der Weg frei ist und ob die Wand Schäden aufweist.
Küchenabfluss in Kürze
- Fett nie in die Spüle gießen, sondern erkalten lassen und im Hausmüll entsorgen.
- Pfannen und Töpfe zuerst trocken auswischen, dann spülen.
- Das Spülsieb nach dem Kochen leeren und nicht nachspülen.
- Siphon und Saugglocke sind die ersten Mittel gegen Pfropfen.
- Chemische Rohrreiniger greifen Dichtungen und Rohre an.
